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Operation Rheinübung - Die einzige und letzte Fahrt der Bismarck

Kurs Norwegen

Die Seekriegsleitung plante die erfolgreiche Serie der Störungen der Schifffahrtslinien durch Überwassereinheiten der Kriegsmarine fortzusetzen. Zu diesem Zweck sollte ihr neustes Schiff, die Bismarck, zusammen mit einer oder mehreren anderen großen Einheiten in den Atlantik entsandt werden.

Nun ergab sich der Umstand, das zu dem Zeitpunkt keine andere der schweren Einheiten verfügbar war. Das Schwesterschiff der Bismarck, die Tirpitz, war zwar bereits in Dienst gestellt worden, doch die Übungs- und Erprobungsfahrten würden noch mehrere Monate dauern bis sie voll einsatzbereit sein würde. Gneisenau und Scharnhorst, die ursprünglich mit der Bismarck zusammen auslaufen sollten, waren aufgrund von Reparaturen oder Überholungen längere Zeit nicht einsatzbereit. Man entschloss sich daher, die Bismarck zusammen mit dem neuen schweren Kreuzer Prinz Eugen in den Atlantik zu entsenden.

Am Sonntag den 18. Mai 1941 um 11:30 Uhr begann offiziell die Operation Rheinübung. Admiral Lütjens, der bereits seit dem 12. Mai mit seinem Flottenstab an Bord der Bismarck war, informierte die Offiziere der beiden Schiffe über das Vorhaben. Am 19. Mai gegen 02:00 Uhr verließen Bismarck und Prinz Eugen Gotenhafen auf unterschiedlichen Kursen, um sich später bei Kap Arkona auf Rügen wieder zu Vereinigen. Die beiden großen Schiffe wurden ab jetzt von drei Zerstören (Z-10, Z-16 und Z-23) eskortiert und passierten am 20. Mai gegen 02:00 den Grossen Belt.

Das Auslaufen der beiden schweren Einheiten blieb nicht unbemerkt. Bereits am selben Tage gegen 13:00 Uhr sichtet die schwedische Gotland unter dem Kommando von Kapitän Ågren den deutschen Verband, wie er das Kattegat passiert.

Am darauf folgenden Tag, dem 21. Mai 41 gegen 9:00 Uhr, läuft der Verband in den Korsfjord in der Nähe von Bergen ein. Während die Prinz Eugen und die Zerstörer ihre Treibstoffvorräte in der Kalvanes Bucht ergänzen, verzichtet die Bismarck auf das Auffüllen der Bunker und ankert stattdessen im Grimstadfjord. Hier wird der auch so markante Anstrich der Bismarck übermalt, die Besatzung sonnt sich an Deck, alles scheint so zu sein, als würde rundherum Frieden herrschen. Doch noch am selben Tage sichtet und fotografiert ein Aufklärungsflugzeug (Typ Spitfire) des britischen Costal Command die ankernde Bismarck. Spätestens jetzt wird der britischen Admiralität klar: die Bismarck ist dabei, in den Atlantik vorzudringen. Sie muss aufgehalten werden, da nicht auszumalen ist was dieses Schiff den Konvois antun kann, wenn sie (die Bismarck) einmal den offenen Atlantik erreicht. Bevor ein Angriff der Briten aus der Luft erfolgen kann, verlässt die Kampfgruppe gegen 20:00 Uhr den Fjord auf nördlichen Kurs.

 

Das Gefecht in der Dänemarkstrasse

Am 22. Mai 41 gegen 05:00 Uhr auf der Höhe von Trondheim stehend, verlassen die sie begleitenden Zerstörer Bismarck und Prinz Eugen; von nun an sind beide Schiffe auf sich alleine gestellt, Versorgungsschiffe warten an streng geheimen Positionen im Atlantik um im Bedarfsfall Treibstoff und Proviant an den deutschen Verband abzugeben.

Lütjens hatte mehrere Optionen in den Atlantik vorzustoßen: Die Passage zwischen Grönland und Island durch die Dänemarkstrasse, der Weg zwischen Island und den Faeröern, der Weg zwischen den Faeröern und den Shetland-Inseln und den Weg zwischen den Shetland- und den Orkney-Inseln. Lütjens entscheidet sich für den weiteren Weg, der Passage durch die Dänemarkstrasse, da er hofft bei ungünstigen Wetterbedingungen unbemerkt in den Atlantik vorzustoßen zu können.

Da der britischen Admiralität klar war, dass die Bismarck in den Atlantik durchzubrechen gedenkte, musste sie, um das deutsche Schiff zu einem entscheidenden Gefecht zu zwingen, diese erst einmal entdecken. In der Dänemarkstrasse hatte sie (die Admiralität) zu diesem Zweck die beiden Kreuzer Suffolk und Norfolk stehen, des weiteren wurden der Schlachtkreuzer HMS Hood und das neue Schlachtschiff Prince of Wales zu einer Position südlich von Island beordert.

Die Umstände für den Durchbruch durch die Dänemarkstrasse schienen günstig für den deutschen Verband zu sein; Nebel und Schneeböen verhinderte den Einsatz der britischen Aufklärungsfluzeuge. Somit waren die beiden Kreuzer Suffolk und Norfolk die einzigen, welche die Bismarck hätten entdecken können. Dafür waren diese aber sehr gut ausgerüstet; sie besaßen die zu der Zeit modernsten Radargeräte der Royal Navy und konnten so auch bei Nacht und Nebel ihr Ziel entdecken.

Am 23. Mai gegen 19:21 erreichten die deutschen Schiffe die Packeisgrenze in der Dänemarkstrasse und kurz darauf sichtet die Bismarck den britischen Kreuzer Suffolk. Noch bevor ein Schuss auf die Suffork abgegeben werden kann, verschwindet diese im Nebel und meldet die Sichtung der Bismarck und Prinz Eugen in der Dänemarkstrasse. Rund eine Stunde später entdeckt die Bismack ein weiteres Schiff, diesmal die Norfolk und deckt sie mit 5 Salven ihrer schweren Artillerie ein, ohne dabei einen Treffer zu erzielen. Jedoch haben die Erschütterungen der schweren Artillerie der Bimarck deren vorderes Radar (FuMo) außer Betrieb gesetzt, wodurch die Bismarck nach vorne hin "Blind" ist. Die Prinz Eugen übernimmt nun die Führung, zum einem weil das FuMo der Bismarck unbeschädigt ist, zum anderen, um nicht überraschend aus dem Nebel heraus von den ihr folgenden zwei britischen Kreuzern angegriffen zu werden.

Gegen 22:00 Uhr versucht die Bismarck durch eine Kursänderung die ihr unterlegenen Fühlungshalter (Suffolk) in ein Gefecht zu verwickeln, welches jedoch durch Abdrehen in den Nebel von der Suffolk verhindert werden kann. Die Situation in der Dänemarkstrasse hat sich eindeutig zugunsten der Briten gewendet: Mit einer Geschwindigkeit von fast 30 Knoten fährt voraus die Prinz Eugen, im Heckwasser folgend die Bismarck und in 10 bis 17 Seemeilen Abstand die britischen Kreuzer, welche die ganze Nacht Fühlung halten können und Standort und Kurs an die Admiralität mitteilen.

An Bord der deutschen Schiffe ist man sehr wohl darüber informiert was auf der gegnerischen Seite passiert, da die Funksprüche der Briten von der Bismarck aufgefangen und entschlüsselt werden. So ist man auch darüber im Klaren, dass die gegnerischen Schiffe mittels ihres Radars genauen Kurs des deutschen Verbandes übermitteln und Verstärkung heranführen.

Am folgenden Morgen hat sich die Wettersituation verbessert. Gegen 5:15 Uhr werden von den Unterwassermikrofonen der Prinz Eugen Schraubengeräusche aus rund 32 Kilometer Entfernung aufgefasst und sofort an die Bismarck gemeldet. Da noch keine neuen Erkenntnisse auf deutscher Seite vorliegen welche gegnerische Schiffe sich in diesem Seegebiet aufhalten, kann an Bord der Bismarck nur über die Herkunft des neuen Kontaktes spekuliert werden.

Gegen 5:37 Uhr werden (in einer Entfernung von zirka 31 Kilometern) die Rauchfahnen eines Schiffes aus der Richtung gesichtet, von der die Prinz Eugen die Unterwassergeräusche aufgefangen hatte, gegen 5:43 eine weitere. Somit sind zwei weitere Schiffe am Schauplatz eingetroffen, von denen an Bord der deutschen Schiffe noch keiner weiß, um was für Einheiten es sich handelt.

Bei den beiden gesichteten Schiffen handelt es sich um den Schlachtkreuzer HMS Hood und das Schlachtschiff Prince of Wales, die von den Positionsmeldungen der Kreuzer Norfolk und Suffolk herangeführt wurden. Der Befehlshaber dieser Schiffe, Admiral Holland, versuchte nun die Entfernung so schnell wie möglich zwischen den gegnerischen Schiffen zu verkürzen, da sein Flagschiff, die HMS Hood, nur schwach gepanzerte Oberdecks besaß, die bei einem Feuergefecht aus größerer Entfernung den dann steil einfallenden Granaten schnell nachgeben würden. Gegen 5:52 Uhr ist die Entfernung der Schiffe voneinander auf 23 Kilometer gesunken und Holland erteilt Feuerbefehl auf das Führungsschiff der Deutschen. Aufgrund von Kurs und Geschwindigkeit nimmt er an, dass das Schiff in vorderlicher Position die Bismarck ist und erteilt den Feuerbefehl auf dieses, tatsächlich aber handelt es sich um die Prinz Eugen. An Bord der Prince of Wales ignoriert man den Befehl, da man erkennt, dass das Führungsschiff nicht die Bismarck ist, und eröffnet das Feuer auf diese. Die spitze Lage zu den deutschen Schiffen lässt es jedoch nicht zu, mit allen Geschützen zu feuern, es können nur jeweils die vorderen Geschütze zum Einsatz gebracht werden.

An Bord der deutschen Schiffe ist man sich indes noch nicht bewusst, um welche Schiffe es sich handelt. Man nimmt immer noch an, dass es sich bei den herannahenden Einheiten um weitere Kreuzer handelt, die die Fühlung an den Verband halten und schwere Einheiten heranrufen sollen und versucht ein Gefecht zu vermeiden. Den Fehler erkennend werden kurze Zeit später an Bord der deutschen Schiffe Kursänderungen erteilt um das gegnerische Feuer zu erwidern. Anders als auf britischer Seite vereinigt sich das Feuer auf ein Ziel - die Hood. Gegen 5:53 Uhr eröffnet zuerst die Prinz Eugen auf einer Entfernung von etwa 22 Kilometern das Feuer und erzielt bereits mit der vierten Salve gegen 5:56 Uhr einen Treffer der die achtere Munitionskammer der Flak in Brand setzt, welcher aber schnell erlischt. Erst gegen 5:55 eröffnet die Bismarck aus einer Entfernung von 20 Kilometern das Feuer.

Da Holland mit seinen Schiffen keinerlei Treffer auf die gegnerischen Schiffe erzielt, entschließt er sich eine Drehung des Schiffes durchzuführen, um auch seine achteren Geschütztürme zum Einsatz bringen zu können. Inmitten dieser Drehung trifft eine Granate der 5. Salve der Bismarck gegen 6:01 Uhr die Hood mitten in die achtere Munitionskammer, worauf die Hood explodiert, in zwei Teile bricht und innerhalb von nur wenigen Minuten sinkt. Es überleben dabei nur 3 Besatzungsmitglieder.

Das Feuer der deutschen Schiffe konzentriert sich nun auf die Prince of Wales, die Mühe hat den Wrackteilen der Hood auszuweichen. Unter einem Rauchschleier zieht sie sich schwer angeschlagen vom Kampfgeschehen zurück. Entgegen der Meinung des Kapitäns der Bismarck, Lindemann, lässt Admiral Lütjens davon ab die Prince of Wales zu verfolgen und ebenfalls zu versenken. Sie (die Prince of Wales) wurde durch 7 Granaten getroffen:
4 (Bismarck) 38.0 Zentimeter, 4 (Prinz Eugen) 20.3 Zentimeter:
Bismarck: 38.0-Zentimeter-Treffer Brücke, 38.0-Zentimeter-Treffer vorderer Artillerieleitstand der Mittelartillerie, 38.0-Zentimeter-Treffer unter der Wasserlinie nahe Dieselgeneratorraum
Prinz Eugen: 20.3-Zentimeter-Treffer (evtl. Blindgänger) am Sockel des vorderen Entfernungsmesser der MA, alle Funktionen mussten darauf auf den achteren übertragen werden, zwei 20.3-Zentimeter-Treffer mit einer Salve an der Wasserlinie achtern, ca. 500 Tonnen Wassereinbruch und ein Wellentunnel geflutet, 20.3-Zentimeter-Treffer (Blindgänger) im Munitionsbereitschaftsraum der MA .

Aber auch die Bismarck musste während dieses Gefechts Treffer hinnehmen, die eine große Auswirkung auf den geplanten Operationsverlauf haben sollte:
1. Abteilung XIII-XIV: elektrisches System außer Betrieb, Wassereinbruch im Heizraum 2 Backbord.
2. Abteilung XX-XXI: Ölzellen leckgeschlagen (ungefähr 4000 Tonnen Wasser im Schiff).
3. Treffer durch ein Beiboot. Es wird angenommen, dass dieser Treffer die Pressluftleitung zum Katapult verbog. Dies bedeutete, das ein Start eines Bordflugzeuges nicht mehr möglich war, weshalb das Sichern des Kriegstagebuchs der Bismarck im späteren Verlauf der Feindfahrt fehlschlug. Die Tatsache, dass die Pressluftleitung zum Katapult verbogen wurde, war der Mannschaft der Bismarck bis zum 27. Mai zwischen 06:00 und 07:00 unbekannt, als sie versuchte eines der Bordflugzeuge des Schiffe (Arado 196-A) zu starten und das Kriegstagebuch auszufliegen.

Durch diese Schäden war die Bismarck gezwungen, einen Hafen zur Reparatur anzulaufen.

 

Entkommen und Wiederentdeckung

Lütjens und Lindemann entschließen sich nach Brest (Frankreich) zu laufen und die Schäden dort reparieren zu lassen, aber gleichzeitig die Prinz Eugen alleine in den Atlantik zu entlassen, um Handelskrieg gegen die alliierten Konvois zu treiben. Diese Absichten teilen sie der Seekriegsleitung mit. Die Bismarck macht gegen 18:14 Uhr eine 180-Grad Drehung und läuft auf die Verfolger (Norfolk und Suffolk), mittlerweile unterstützt durch die Prince of Wales, zu, um der Prinz Eugen das Entkommen zu ermöglichen, was auch gelingt. Gegen 18:40 folgt ein kurzes Feuergefecht mit den Verfolgern aber ohne nennenswerte Ergebnisse. Zwischen 23:30 und 23:45 wird die Bismarck von 9 Swordfish-Torpedobombern angegriffen. Einer der Torpedos trifft die Bismarck, hat aber keine Schäden zur Folge.

Am 25. Mai um 3:06 Uhr ändert die Bismarck plötzlich und unbemerkt von den Briten ihren Kurs und vollzieht eine komplette Wende und kreuzt ihr eigenes Kielwasser. Durch dieses Manöver verlieren die Verfolger den Kontakt zur Bismarck.

Als Churchill von der Versenkung der Hood erfährt, tobt er. Die Hood, jahrzehntelang das Aushängeschild der Royal Navy, versenkt in nur fünf Minuten! Er befiehlt die Versenkung der Bismarck mit allen Mitteln. "Sink the BISMARK!"

Was sich in den darauf folgenden Stunden ereignet ist kaum mehr nachvollziehbar; alle zur Verfügung stehenden Einheiten der Royal Navy werden aufgeboten die Bismarck zu finden und zu versenken. Auch aus entfernten Regionen werden Schiffe von Geleitzügen abgezogen um sich auf die Suche nach ihr zu machen.

Was dann an Bord der Bismarck geschieht ist unbegreiflich. Lütjens, wohl nicht im Klaren darüber die Verfolger abgeschüttelt zu haben, lässt gegen 8:52 Uhr am 25. Mai einen 36-minütigen Funkspruch an die Seekriegsleitung absetzten, der kurze Zeit darauf nochmals und in voller Länge wiederholt wird. Aufgrund dieses Funkspruches sind die Briten nun in der Lage, die ungefähre Position der Bismarck auszumachen. Im Laufe des Tages zeigt sich, dass die Bismarck ihre Geschwindigkeit auf 20 Knoten drosseln muss, da der Treibstoffvorrat bedingt durch das unterlassene Nachtanken in Bergen und dem Treffer aus dem Gefecht in der Dänemarkstrasse bedenklich wird.

Gegen 3:00 Uhr am 26. Mai starten zwei Catalina-Flugboote des RAF Coastal Commands von ihrem Stützpunkt in Nordirland, um nach der Bismarck zu suchen. Eine dieser Maschinen sichtete die Bismarck gegen 10:30 Uhr und macht Meldung, worauf kurze Zeit später der leichte Kreuzer Sheffield ebenfalls die Bismarck sichtet.

Die Bismarck hatte in den 31 Stunden, in denen die Briten Kontakt verloren hatten, eine beträchtliche Strecke zurückgelegt und war nicht mehr weit vom rettenden Hafen entfernt. Ein Tag, und sie würde ihn sicher erreichen. Alle Schiffe, die die Bismarck hätten abfangen können, standen zu weit entfernt von ihr. Die einzige Chance war der Flugzeugträger Ark Royal mit seinen Swordfish-Torpedobombern an Bord, der in Schlagdistanz zur Bismarck stand. Gegen 14:50 Uhr starteten von diesem Träger 15 Swordfish um die Bismarck anzugreifen. Aber anstatt die Bismarck zu attackieren, griffen die Piloten fälschlicherweise die in der Nähe der Bismarck stehende Sheffield an, verfehlten sie aber.

Daraufhin wurde eine zweite Welle von Flugzeugen gegen die Bismarck von der Ark Royal gestartet (gegen 19:15 Uhr). Gegen 20:47 Uhr erreichten die 15 Swordfish die Bismarck und griffen an. Ein Torpedo besiegelte das Schicksal der Bismarck und traf die Ruderanlage des Schiffes, als sie eine Linksdrehung machte. Dieser eine Torpedo hatte die Achillesferse getroffen, das Schiff blieb, trotz der Bemühungen der Mannschaft die Ruderanlage wieder klar zu machen, unsteuerbar in der aufgewühlten See und trieb auf den Gegner zu.

Gegen 21:15 Uhr meldet sie (die Bismarck) der SKL den Torpedotreffer. Kurze Zeit später kommt der Kreuzer Sheffield zu nah an die Bismarck heran und wird mit einigen Salven beschossen (gegen 21:30 Uhr), die aber wirkungslos bleiben, ebenso die Salven auf den polnischen Zerstörer Piorun (gegen 22:38 Uhr). Unter dem Kommando von Kapitän Vian sollten seine 5 Zerstörer die Bismarck in ein Nachtgefecht verwickeln, was sie auch gegen 23:24 Uhr versuchten aber abbrachen, da sie direkt unter starkem Beschuss von der Bismarck aus lagen.

Um 23:58 Uhr lässt Lütjens folgenden Funkspruch von Bord der Bismarck aus absetzen:
"An den Führer des großen deutschen Reiches, Adolf Hitler: wir kämpfen bis zur letzten Granate ...."

 

Das letzte Gefecht

Die Briten haben ihr Ziel erreicht: die Bismarck ist gestellt, was nun noch kommt ist die Versenkung. Sie haben keine Eile und warten das Tageslicht ab.

Am Morgen des 27. Mai kommandiert Admiral Tovey zum Angriff auf die Bismarck. Er läuft von Westen aus mit seinen beiden Schlachtschiffen King George V und Rodney auf die zuletzt gemeldete Position der Bismarck zu, bis sie schließlich gegen 8:43 in einer Entfernung von 23 Kilometern mit 7 Knoten Fahrt auf sie zukommend in Sicht kommt.

Um 8:47 Uhr beginnt das Gefecht. Die Rodney eröffnet aus 20 Kilometern das Feuer, King George V um 8:48 Uhr.

Um 8:49 Uhr eröffnet die Bismarck das Feuer auf die Rodney.

Um 8:54 Uhr eröffnet die Norfolk das Feuer auf die Bismarck.

9:02 Uhr: erster Treffer auf der Bismarck.

Um 9:04 Uhr eröffnet die Dorsetshire das Feuer.

Um 9:08 Uhr fällt das vordere Entfernungsmessgerät (Artillerieleitstand) und die Türme A (Anton) und B (Bruno) aus, gegen 9:13 Uhr fällt auch das achtere Entfernungsmessgerät aus.

9:21 Uhr: Turm D (Dora) fällt durch einen Rohrkrepierer im rechten Geschütz aus.

9:27 Uhr: Die Türme A (Anton) und B (Bruno) feuern überraschend eine letzte Salve.

Gegen 9:31 Uhr feuert die Bismarck mit Turm C (Caesar) ihre letzte Salve.

Gegen 10:00 Uhr schweigen alle Waffen auf der Bismarck.

Zwischen 9:12 und 10:16 Uhr erhält die Bismarck mehrfach Treffer aus nächster Entfernung (2 bis 4 Kilometern), schwimmt aber immer noch. Da die Brennstoffsituation der britischen Schiffe immer kritischer wird und die Bismarck weder sinkt, noch ihre Flagge streicht (also kapituliert), sind die meisten Schiffe gezwungen das Kampfgebiet zu verlassen. Die Dorsetshire erhält den Befehl, die Bismarck mit ihren Torpedos zu versenken. An Bord der Bismarck laufen zu diesem Zeitpunkt schon die Maßnahmen zur Selbstversenkung. Im Turbinenraum werden Sprengladungen angebracht um die Bodenflutventile zu öffnen. Gegen 10:00 Uhr detonieren diese Ladungen und der Befehl "Alle Mann von Bord" wird gegeben.

Gegen 10:20 Uhr wird die Bismarck auf der Steuerbordseite durch zwei Torpedos der Dorsetshire getroffen.

Gegen 10:36 Uhr wird die Bismarck auf der Backbordseite durch einen dritten Torpedo der Dorsetshire getroffen.

Gegen 10:39 Uhr sinkt die Bismarck bei 48º 10' Nord und 16º 12' West.