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Die Scharnhorst - Operation Juno

Am 04.06.1940 unter Führung des Flottenchefs Admiral Wilhelm Marschall; Gneisenau, Scharnhorst, Schwerer Kreuzer Admiral Hipper mit Konteradmiral Schmundt und vier Zerstörern unter Führung des FdZ Kapitän zur See Bey: Hans Lody (v. Wangenheim), Hermann Schoemann (Detmers), Erich Steinbrinck (Johannesson) und Karl Galster (v. Bechtolsheim). Zusätzliches U-Bootgeleit durch die Torpedoboote Jaguar und Falke bis Skagen. Der Verband marschiert bei sehr gutem Wetter hinter einem großen Sperrbrecher bis Südende Großer Belt, wo sich der Führer der Minensuchverbände Ost, Konteradmiral Stohwasser, mit seinem Führerboot Hay vor die Schiffe setzt. Der Kommandant gibt der Besatzung das Ziel der Unternehmung bekannt: Unterstützung der Gruppe Narvik und der Gruppe Feurstein durch Angriff auf feindliche Seestreitkräfte und Transporter, vor allem bei Harstad.

05.06.1940: Die Kampfgruppe läuft dicht an der schwedischen Küste entlang und geht unter Geleit der 1. R-Flottille durch die Skagen-Sperrlücke, sie holt wegen eines gemeldeten Feind-U-Bootes weit nach Westen aus und geht dann auf nördliche Kurse. Ein Flugzeug wird auf 60 km ausgemacht und gemessen, die norwegische Küste ist mit bloßem Auge auf 85 bis 90 km zu erkennen.

06.06.1940: Sehr schlechte Sicht, teilweise nebelig. Die Schiffe passieren außer Sicht Stadlandet, später mehrere Drontheim vorgelagerte Inseln. Sie steuern Treffpunkt mit dem Tanker Dithmarschen an, der um 19.00 Uhr erreicht wird. Die drei Schiffe und der Tanker geben an die Zerstörer je 400 t Öl ab.

07.06.1940: Taghelle Nacht. Die Sonne bleibt etwa 1° über der Kimm. Mit 45° und 5 bis 7 kn steuern die Schiffe langsam nach Nordosten, bis Admiral Hipper gegen Abend ihre Ölübernahme beendet hat. Das Thermometer zeigt 3° über Null.

Für das Unternehmen gegen Harstad am 9. früh ist die Sicht zu gut. Die Schiffe würden schon auf 25 sm zu sehen sein. Mittags steht der Verband auf 68° 45' Nord, 1° 17 Ost, Abends leise Dünung, kühl, kein Wind. Um 20.30 Uhr ist Sitzung der Kommandanten und Chefs beim Flottenchef auf der Gneisenau. Sie kommen von allen Seiten längsseit. Der Verband liegt während dieser zwei bis drei Stunden gestoppt in zwei Kolonnen, auf der einen Seite die drei großen Schiffe und der Versorger, auf der anderen die vier Zerstörer. Diese Kommandanten- und Chefsitzung beim Flottenchef dauert über zwei Stunden lang.

Admiral Marschall hielt es für zweckmäßig, seine Befehlshaber und Kommandanten über die Lage zu informieren. Da Harstad wiederholt als Ziel der Unternehmung befohlen worden war, nahm der Flottenchef nach dieser Sitzung mit seinem Verband Kurs auf den Vaagsfjord zur Durchführung der Aufgabe.

Am Abend des 7. Juni wird auf dem Flaggschiff der Funkspruch eines Aufklärungsflugzeuges aufgenommen, nach dem es über Harstad nur von einem Kanonenboot beschossen worden sei, der Hafen scheine leer zu sein. Die Gneisenau hat diesen Funkspruch mitgelesen. Durch diesen Funkspruch, den die Seekriegsleitung leider nicht bekommen hat, ist für Admiral Marschall der Angriff auf Harstad zwecklos geworden.

Die Änderung des Operationsplanes wird durch ein FT-Kurzsignal an die Marinegruppe West gegeben, die sofort antwortet und befiehlt, den Geleitzug durch die Admiral Hipper jagen zu lassen und an der Hauptaufgabe festzuhalten. Admiral Marschall bleibt aber bei seinem Entschluss, das inzwischen "leere" Harstad nicht anzugreifen, sondern sich der Geleite anzunehmen.

08.06.1940: Gegen 06.00 Uhr Sichtung eines Tanker mit. Die Mittelartillerie der Gneisenau versenkt den Tanker, Admiral Hipper den Bewacher. Gegen Mittag wird vom Vormars auf 50 000 m ein großer Dampfer mit zwei Schornsteinen gesichtet, mindestens 18 000 BRT. Weiter ab fährt ein kleinerer Dampfer. Admiral Hipper bekommt Befehl, das größere Schiff zu versenken, das andere wird beim Näherkommen als Lazarettschiff erkannt, das unbehelligt weiterlaufen kann. Mittags werden die Hipper und die vier Zerstörer nach Drontheim zur Brennstoffergänzung entlassen. Während die beiden Schlachtkreuzer nach Norden zur Ölübernahme aus der Dithmarschen laufen, wird um 17.00 Uhr auf rund 50 km Entfernung eine Mastspitze gemeldet. Die Kampfgruppe dreht sofort auf sie zu. Es ist der 22 500 t große Flugzeugträger Glorious handeln, hinter dem zwei Zerstörer entdeckt werden. Gneisenau und Scharnhorst drehen auf den Feindverband zu.

Die Scharnhorst steht in der breiten Dwarslinie der beiden Schiffe näher am Gegner. Sie eröffnet daher das Feuer. Die Gneisenau fällt bald mit ein und zieht mit Höchstfahrt an der Feuerleeseite der Scharnhorst vorbei. Der I. AO der Gneisenau beobachtet durch die Optik im Vormars deutlich, dass auf dem Träger nach und nach drei Flugzeuge aus dem Hallendeck mit dem Aufzug auf das Flugdeck hochgefahren werden, dort aber stehen bleiben. Da das Schiff hohe Fahrt vor dem Wind läuft, muss es gegen den Wind drehen, erst dann können die Flugzeuge gestartet werden. Das hieße aber, den deutschen Schiffen entgegenzulaufen. Schon bald hat sich der Träger eingenebelt, zudem behindern durch Treffer auf dem Träger entstandene Brände die Sicht und die Einschläge der Granaten sind zeitweise nicht zu erkennen. Dadurch können auch die Entfernungsmeßgeräte längere Zeit keine Werte bekommen, bis beobachtet werden kann, dass die Glorious erhebliche Fahrt verloren hat und zuletzt überschossen wurde. Die beiden Zerstörer erfüllen geschickt ihre Aufgabe den Flugzeugträger zu schützen, indem sie große Nebelschleier vor den Träger legen und die Schiffe mit Torpedos angreifen. Bald sinkt der erste Zerstörer, die 1350 t große Ardent, zehn Minuten später auch die Glorious mit fast der gesamten Besatzung.

Der zweite Zerstörer, die Acasta, fährt weiterhin Angriffe auf den Verband, bis sie schließlich auch sinkt. Sie Scharnhorst erhält in diesem Gefecht einen Treffer achtern in Abt. III und IV bekommen. Er ist mit starken Personalverlusten und technischen Ausfällen verbunden, so dass das Schiff nur noch geringe Fahrt laufen kann, bis die ersten Reparaturen mit Bordmitteln durchgeführt werden können.

Gefechtsbericht Scharnhorst:

  • 1646 Uhr: An Flotte gemeldet, daß in Richtung rw. 60° eine Rauchwolke in Sicht. Erste Meldung vom Vormars durch Fähnrich zur See G.
  • 1658 Uhr: An Flotte: Unter der gemeldeten Rauchwolke Mast und Rauchwolke erkennbar. Ungefähre Messung 400 hm.
  • 1700 Uhr: Wind WNW 4, Seegang 2, sehr gute Sicht. Kurs 330°, Fahrt 19 kn. Von Flotte: Dampf auf für Höchstfahrt.
  • 1702 Uhr: Von Flotte: Alarm! Klarschiff anschlagen. 1706 Uhr: Kurs 30°.
  • 1707 Uhr: Fahrt 24 kn, Dete-Gerät eingeschaltet, Messung für Artillerie.
  • 1710 Uhr: Vormars gemeldet: Dicker Schornstein und Mast mit Gefechtsstand ausgemacht, wahrscheinlich auch Landedeck.
  • 1712 Uhr: Wendung auf Kurs 70°.
  • 1713 Uhr: I.AO meldet: Links vom Schornstein ragen hohe Spieren heraus. Dies deutet auf Flugzeugträger ARK ROYAL. Rechts vom Mast kommt die Insel, dann das Landedeck. Rechts vom Ziel zwei weitere Masten erkennbar. Zu erkennen ist jetzt ein Flugzeugträger mit 2 Zerstörern, von denen einer nördlich, der andere südlich steht.
  • (Tatsächlich handelte es sich um den Flugzeugträger GLORIOUS, bei den Zerstörern um die ARDENT und ACASTA.)
  • 1721 Uhr: Wendung auf Kurs 150°. Ziel kommt an Backbordseite.
  • 1726 Uhr: Fahrt 26 kn. Kurs 150°. M.A. auf nördlichen Zerstörer (ARDENT) angesetzt, S.A. auf Flugzeugträger.
  • 1728 Uhr: Fahrt 29 kn. Zerstörer dreht ab.
  • 1730 Uhr: M.A. Feuererlaubnis auf den Zerstörer. Anfangsentfernung 145 hm. Schußrichtung 120° rw. Flugzeugträger nebelt.
  • 1732 Uhr: Von Flotte: Feuer eröffnen auf den Flugzeugträger. S.A. eröffnet Feuer auf den Flugzeugträger auf 260 hm (Meß-E.). Liegt seitlich gut, mit der 3. Salve eingeschossen.
  • 1733 Uhr: M.A.halt, da S.A. behindert wird. An Flotte gemeldet.
  • 1735 Uhr: Gefechtssignal P. Wendung auf Kurs 170°. Zerstörer legt Rauchschleier.
  • 1736 Uhr: Fahrt 29 kn.
  • 1738 Uhr: Fahrt 30 kn. Zerstörer wird weiter von GNEISENAU beschossen. Treffer auf Flugzeugträger beobachtet. Südlicher Zerstörer hat Feuer eröffnet.
  • 1740 Uhr: M.A. erneut Feuererlaubnis auf nördlichen Zerstörer. Zerstörer manövriert geschickt das Feuer aus M.A. aus und erschwert das Schießen erheblich.
  • 1741 Uhr: Nördlicher Zerstörer dreht heran. Südlicher Zerstörer legt Rauchschleier vor den Flugzeugträger. Der nördliche Zerstörer kommt hinter seinem eigenen Qualm vorübergehend außer Sicht, schießt aber selbst aus dem Qualm heraus und verhält sich sehr geschickt.
  • 1743 Uhr: Von Flotte: Einsatz der Bordflugzeuge nach dem Ermessen des Kommandanten. Von einem Einsatz sehe ich jedoch ab.
  • 1744 Uhr: Von Flotte: GNEISENAU setzt sich vor SCHARNHORST. GNEISENAU dampft an Steuerbordseite auf.
  • 1745 Uhr: Horchmeldung: In Richtung 330° Torpedo. Hart Backbord, Schiff dreht 3 Dez Backbord. 1746 Uhr: Schiff dreht auf alten Kurs zurück.
  • 1747 Uhr: Nördlicher Zerstörer hat Nebelboje geworfen, die seine Absicht, sich zu tarnen, wirkungsvoll verstärkt. Der südliche Zerstörer nebelt den Flugzeugträger weiter ein. Hierbei ist das Schwarzqualmen der englischen Zerstörer besonders wirksam.
  • 1749 Uhr: Der nördliche Zerstörer kommt hinter seinem Rauch und Qualm vorübergehend aus Sicht. nachdem er anscheinend vorher Torpedos geschossen hat. Horchmeldung: Torpedo an Backbord. Kurz nach Backbord ausgewichen.
  • 1750 Uhr: GNEISENAU kommt an Steuerbord auf. Südlicher Zerstörer schießt. Aufschläge sehr kurz.
  • 1751 Uhr: Flugzeugträger brennt und hat starke Schlagseite nach Steuerbord.
  • 1752 Uhr: Kurs 170°, alter Kurs.
  • 1753 Uhr: Von Flotte: Gefechtskurs 130°. Dieser Kurs nimmt den Träger mit dem südlichen Zerstörer fast rechts voraus.
  • 1755 Uhr: Horchmeldung: Torpedo Richtung 110°.
  • 1758 Uhr: Flugzeugträger ist vorübergehend hinter Rauch und Qualm verschwunden. Qualm mit starker Rauchentwicklung beobachtet. Schwere Artillerie Feuer eingestellt, da keine Beobachtung. GNEISENAU schießt weiter. LI meldet: Maschinenanlage ist ausgefallen.
  • 1801 Uhr: Nördlicher Zerstörer kommt aus dem Qualm heraus wieder in Sicht. M.A. eröffnet Feuer auf ihn. Entfernung zum Zerstörer geringer geworden, daher Torpedogefahr größer. An Vormars: Achten auf Torpedolaufbahnen an Backbord.
  • 1802 Uhr: Von Flotte: Nicht unnötig Munition verschwenden. Mittelmaschine geht auf 27 kn. Meldung von Maschinen-Leitstand: Kessel 1.1. ausgefallen, wahrscheinlich Rohrreißer.
  • 1804 Uhr: Treffer auf nördlichem Zerstörer, der nur geringe Fahrt läuft und starke Schlagseite hat.
  • 1805 Uhr: Von Flotte: Zerstörer hat 3 Torpedos geschossen.
  • 1807 Uhr: Horchmeldung: Torpedo Richtung 330° Schiffspeilung, Wendung 2 Dez Backbord.
  • 1808 Uhr: Eingeht Funksignal von Flotte an Gruppe West: Feindlicher Flugzeugträger Quadrat 2160 südöstlicher Kurs, sehr hohe Fahrt.
  • 1809 Uhr: Auf alten Kurs zurückgedreht.
  • 1810 Uhr: Horchmeldung: Torpedo Richtung 320°. FlaAO bittet um Feuererlaubnis auf nördlichen Zerstörer, die ich ihm erteile.
  • 1811 Uhr: Erneuter Treffer auf nördlichem Zerstörer. Schwere Flak Feuer eröffnet, schießt mit Zündereinstellung. An M.A.: Schwere Flak schießt mit. An Fla-A0: Besonders auf Torpedolaufbahn achten.
  • 1813 Uhr: Flugzeugträger wieder in Sicht. Vormars meldet: Torpedolaufbahn an Backbord. Wendung 2 Dez Backbord.
  • 1815 Uhr: Auf Anfrage meldet Vormars: Torpedo geht am Bug vorbei. Auf alten Kurs zurückgedreht. Von Flotte: Keine Munitionsverschwendung. Befehl an Schwere Flak: Feuer einstellen da m.E. unzureichende Wirkung.
  • 1817 Uhr: Flugzeugträger brennt stark im Achterschiff.
  • 1818 Uhr: S.A. eröffnet wieder Feuer auf Flugzeugträger. Schlagseite des nördlichen Zerstörers verstärkt sich immer mehr.
  • 1819 Uhr: An Flotte gemeldet: Maschinenstörung. Kann Fahrt nicht halten.
  • 1820 Uhr: Kurs 150°. Auf Anfrage Flotte gemeldet: SCHARNHORST kann 28,5 kn laufen.
  • 1822 Uhr: Beim Zerstörer bricht Mast ab. Schlagseite wird stärker. Zerstörer kentert. M.A. halt. (Es war die ARDENT.)
  • 1823 Uhr: Horchmeldung: Torpedo 10° Schiffspeilung.
  • 1824 Uhr: Horchmeldung: Torpedo vorn vorbei. Befehl an M.A.: In Richtung 0°Zerstörer. Ziel auffassen. Flugzeugträger brennt stärker.
  • 1825 Uhr: Von Flottenchef: Gratuliere Kommandant und Besatzung zur Versenkung des Zerstörers.
  • 1826 Uhr: M.A. eröffnet das Feuer ohne Feuererlaubnis auf den südlichen Zerstörer, dessen Entfernung noch zu groß ist. Befehl an M.A.: Feuer einstellen.
  • 1829 Uhr: Von Flottenchef: Ich verbitte mir jegliche Munitionsverschwendung.
  • 1831 Uhr: Südlicher Zerstörer nebelt und schießt, auch dieser verhält sich taktisch sehr geschickt. Seine Aufschläge liegen 50 m vor dem Bug. Flugzeugträger wieder in Sicht.
  • 1832 Uhr: Zerstörer scheint anzulaufen. M.A. erhält Feuererlaubnis und eröffnet Feuer. Kurs 170°. 2 Dez Steuerbord, Absicht Zerstörer voraus zu nehmen.
  • 1833 Uhr: Von Vormars: Zerstörer hat 4 Torpedos geschossen. Zerstörer zieht sich unter starker Qualmentwicklung zum Einnebeln des Flugzeugträgers am Bug vorbei nach Backbord, läuft dauernd Zickzack-Kurs, wird von M.A. unter Schwierigkeiten beschossen.
  • 1834 Uhr: Kurs 150°. Auf befohlenen Kurs zurück. UK- Gerät ausgefallen.
  • 1839 Uhr: Starke Erschütterung im Achterschiff, anscheinend Torpedotreffer. S.A. Feuer eingestellt. Dete-Gerät ausgefallen.
  • 1841 Uhr: Geschwindigkeit fällt. Schwenkung 9 Dez Steuerbord auf 240°. Absicht an GNEISENAU heranzuschließen.
  • 1842 Uhr: M.A. Feuererlaubnis auf Zerstörer. Optisch an Flotte: Torpedotreffer im Achterschiff (1849 Uhr abgegeben).
  • 1843 Uhr: Nach Backbord auf 190° gedreht.
  • 1844 Uhr: Meldung von Artillerie: Turm C wird verlassen. Starke Detonation und Wassereinbruch, Rauch und Qualm strömt aus. Meldung von Kommandozentrale: Torpedotreffer anscheinend bei Turm C. Munitionskammer wird geflutet. Meldung von Maschine: Steuerbord-Maschine ausgefallen. Fahrtmeß zeigt noch 26 kn.
  • 1846 Uhr: Kurs 260°. Munitionskammer Turm C ist geflutet.
  • 1848 Uhr: Schlagseite nach Steuerbord (nimmt schnell zu). LI meldet: Maschinenanlage wird überprüft. Vormars meldet: Torpedolaufbahn war nicht zu sehen.
  • 1849 Uhr: Maschine meldet: Im Hauptdrucklager der Steuerbord-Maschine Klopfgeräusche. Zentrale meldet: Treffer in Abteilung III und IV. M.A. schweigt. UK-Verbindung wird aufgenommen. Zerstörer qualmt sich weiter ein.
  • 1851 Uhr: An Flotte gemeldet: Torpedotreffer in Abteilung III und IV Steuerbord, Turm C ausgefallen. Kurs 180°.
  • 1852 Uhr: Zentrale meldet: Munitionskammer Turm C wird gelenzt. Vormars meldet: Zerstörer keine Torpedoreichweite. Von Flotte: Frage, welche Fahrt können Sie noch laufen? Zerstörer wieder in Sicht. M.A. erhält erneut Feuererlaubnis und schießt.
  • 1855 Uhr: Von Flotte: Gefechtssignal Z-Null. Daraufhinin Kielwasser GNEISENAU eingeschoren. Kurs 160°.
  • 1857 Uhr: 10 meldet: Durch Torpedotreffer keine Beschränkung Schiffsführung. Kurs 150°.
  • 1859 Uhr: Von Flotte: Bestätigen, daß SCHARNHORST 28 kn weiterlaufen kann! LI meldet: T 1 und T 2 klar, T 3 Klopfgeräusche.
  • 1900 Uhr: An Flotte: Höchstgeschwindigkeit 27,5 kn.
  • 1905 Uhr: Umdrehungen der Mittelmaschine fallen schnell.
  • 1906 Uhr: Mittelmaschine stoppt. An Flotte gemeldet: Mittelmaschine ausgefallen. Meldung von Maschine: Anscheinend großer Wassereinbruch in T 1. Eine Schraube schlägt sehr stark.
  • 1908 Uhr: Zerstörer brennt achtern. M.A. erhält Befehl Feuer einzustellen (Munitionsersparnis). Flugzeugträger nicht mehr zu sehen.
  • 1909 Uhr: Fahrtmeß zeigt 25 kn. Von Maschine: Das Schlagen der Schrauben wird stärker.
  • 1910 Uhr: Zerstörer schießt noch mit seiner Artillerie. M.A. erhält daher erneut Feuererlaubnis auf den Zerstörer. Artillerietreffer auf das rechte Rohr von Turm B. Meldung von Maschine: T 3 muß mit der Fahrt heruntergehen, da Klopfgeräusche stärker geworden. Vermutlich schlägt Steuerbordschraube. T 1 Feuer aus.
  • 1912 Uhr: Von Flotte: Feuer einstellen. An Flotte gemeldet: Mittelmaschine wegen Wassereinbruch ausgefallen. Steuerbord-Maschine muß wegen Klopfgeräusch mit der Fahrt heruntergehen.
  • 1915 Uhr: An alle Stellen: Gefechtspause.
  • 1917 Uhr: UK-Befehl: Kurs 70°, Fahrt 24 kn. 10 meldet: Steuerbordschraube schlägt stark. Steuerbord achteres Zwischendeck 1 m unter Wasser. Lenzarbeiten im Gange. Heizöl wird umgepumpt, um Schlagseite auszugleichen.
  • 1922 Uhr: Fahrtmeß fällt auf 21,5 kn.
  • 1924 Uhr: An alle Stellen: Gefecht beendet. Mit allen Mitteln Schäden beseitigen. Zerstörer liegt achterraus brennend und manövrierunfähig. Keine Torpedogefahr (das war die ACASTA).
  • 1928 Uhr: Schiffsführung geht in Friedenssteuerstelle, dabei wurde ein Schaltfehler gemacht, so daß das Schiff vorübergehend aus dem Ruder lief und nach Backbord drehte.
  • 1930 Uhr: Auf Anfragen an Flotte gemeldet: SCHARNHORST hat keine Schwierigkeiten mit dem Steuern. Lage wird noch überprüft.
  • 1932 Uhr: Auf Anfrage an Flotte gemeldet, daß Fahrtstufe 24 kn vorerst noch gehalten werden kann.
  • 1933 Uhr: Turm B meldet: Leichter Treffer am rechten Rohr. Hat keinen Einfluß auf Schießbereitschaft.
  • 1935 Uhr: FTO meldet: keine Ausfälle. Seit Beginn desGefechts schlechte Empfangsverhältnisse auf allen Wellen.
  • 1937 Uhr: Artillerie meldet: Wasser dringt in den Beladeraum des Steuerbord IV 15-cm-Turm.
  • 1940 Uhr: Von Flotte: Befehl Kriegsmarschzustand 1, Kriegsmarschfahrtstufe 27 kn. Beabsichtigte Marschfahrt 24 kn. Weitere Absichten abhängig von Lage SCHARNHORST.
  • 1943 Uhr: IO meldet: Lenzen in T1 hat Erfolg. Wasser fällt. Schlagseite vermindert sich durch das Ölumpumpen.
  • 1955 Uhr: Auf Anfrage Munitionsverbrauch an Flottegemeldet: S.A. etwa 210 Schuß (28 cm) M A. etwa 850 Schuß (15 cm) Schwere Flak 136 Schuß (10,5 cm) (Insgesamt also 1196 Schuß)
  • 2000 Uhr: Kurs 160°, Fahrt 24 kn. Steuerbord IV 15-cm- Turm wieder klar. Munitionskammer noch unter Wasser.
  • 2006 Uhr: Auf Anfrage an Flotte gemeldet: Flugzeug auf der Schleuder ist unklar. Zustand der Flugzeuge in der Halle wird überprüft.
  • 2029 Uhr: Steuerbordmaschine geht auf Stopp, wird ausgekuppelt, da Geräusch stärker wi rd. An Flotte gemeldet.
  • 2030 Uhr: Von Flotte: Besonders achten auf Rauchschwachfahren. Maschine hat Schwierigkeiten wegen der Störung in der Anlage.
  • 2033 Uhr: Auf Anfrage an Flotte gemeldet: Geschätzte Höchstgeschwindigkeit 20 kn. Steuerbord- und Mittelmaschine endgültig ausgefallen.
  • 2034 Uhr: Signalbefehl: Fahrt 20 kn.
  • 2035 Uhr: Nach Vorlage der vorläufigen Leckrechnung befindet sich das Leck an Steuerbordseite Abteilung IV und V Vollgelaufen sind: In Abteilung II zwei Lasten im unteren Plattformdeck; Abteilung III die 28-cm-Pulver- und Granatkammer, die Heizölbunker und Trimmzellen an Steuerbord, Wellentunnel, Zwischendeck teilweise; Abteilung V im Unterschiff Wellentunnel, ein Heizölbunker, im Zwischendeck Nebengefechtsverbandplatz; Abteilung VI Frischwassererzeugerraum 1.1. Der Wassereinbruch im Turbinenraum 1 konnte gelenzt werden. Gesamtwassereinbruch 250 m'. Tiefgang achtern 11,63 m, vorn 8,69 m. Schlagseite 1° Steuerbord.
  • 2040 Uhr: Folgende Meldung an Flotte abgegeben: Zustand des Schiffes: Wassereinbruch durch Wellentunnel Steuerbord und durch weitere Beschädigungen in Abteilung III und IV Ferner Wassereinbruch T 1. Läßt sich halten. Maschinenanlage: T I und T 3 endgültig ausgefallen,T 2 voll klar. Artillerie: Turm C und Steuerbord IV Turm ausgefallen. Übrige S.A. und M.A. voll schießbereit. Flak klar. Feuerleitung Schwere Flak eingeschränkt. 2 Flugzeuge in der Halle klar. Ein leichter Artillerietreffer rechtes Rohr Turm B. Keine Folgen. Personalverluste: 48 Tote und 3 Verwundete.
  • 2046 Uhr: Von Flotte: Kurs und Fahrt beibehalten. GNEISENAU kommt in die Nähe. GNEISENAU macht kehrt und setzt sich um das Heck herumdrehend an Steuerbordseite von SCHARNHORST.
  • 2109 Uhr: Flotte fordert: 1. Eindeutige Meldung über Zustand Maschinenanlage. 2. Gründe für Ausfall Steuerbord- und Mittelmaschine melden. 3. Frage: Ist Backbordmaschine einwandfrei klar? 4. Sind Verbesserungen im Zustand der Maschinenanlage durch entsprechende Maßnahmen zu erwarten und in welcher Zeit?
    Die Antwort wurde mittels UK vom Kommandanten direkt an den Chef des Stabes gegeben. Dabei auch Beantwortung der Anfrage der Flotte von 1957 Uhr, daß der Torpedotreffer um 1838 Uhr erfolgte. Der Kommandant führte unter anderem aus, daß versucht würde, die Mittelmaschine wieder in Betrieb zu nehmen, der Turbinenraum war bis zu 1 m unter Wasser, und damit ein Großteil der Hilfsmaschinen. Die Hauptturbine habe vermutlich einen Salzwassereinbruch, das Wasser im Raum sei mit Heizöl vermischt, es bestünde zur Zeit nur wenig Aussicht, die Maschine wieder klar zu bekommen. Das Wasser würde zur Zeit gelenzt und der Wasserstand wäre bereits unter die Flurplatten abgesunken. Die Marschturbine Mitte habe total unter Wasser gestanden, die Mitteldruckturbine teilweise. Bei der Steuerbord- Maschine seien Turbinendrucklager und Hauptkupplung beschädigt, die Welle habe einen starken Schlag. Dieser beeinflusse das Drucklager und die Kupplung erheblich. Die Backbord-Maschine sei völlig klar, dort sind keine Einwirkung durch Seewasser oder Treffer erkennbar.
  • 2240 Uhr: Eingeht von Flottenchef Winkspruch: Ich grüße in Ehrfurcht und Dank die auf Schlachtschiff SCHARNHORST gefallenen Kameraden. Durch die harten Schläge, die wir heute dem Engländer im Nordmeer erteilten, sind unsere tapferen Narvik-Zerstörer gerächt.

Am 09.06.1940 ergeht der Befehl von der Gruppe West mit beiden Schlachtkreuzern nach Drontheim zu gehen. Am 9. Juni kommen vier Zerstörer zum U-Bootgeleit heraus, dazu als weitere Sicherung einige "He 115" und "Me 109".

Am 9. Juni war der Verband zurück in Drontheim. Dort stellten Taucher dann den Schadensumfang fest. Das durch den Torpedotreffer gerissene Leck hatte eine Länge von 12 Metern und war vier Meter hoch. Die notwendigen Reparaturen wurden mit Hilfe des Werkstattschiffes HUASCARAN durchgeführt. Außerdem assistierte das Bergungsschiff PARAT. Mit Hilfe von Lecksegeln wurden vorläufige Abdichtungen vorgenommen. Aus dem Troßschiff ALSTERTOR wurden die Munitionsbestände aufgefüllt. Am 13. Juni gab es Fliegeralarm. Der Angriff richtete keinen Schaden an. Später fand man dann im Schiffsinnern durch Zufall einen Bombenblindgänger. Am 15. Juni besuchte der Flottenchef das Schiff. Bei der Probefahrt am 18. Juni stellte man fest, daß die Steuerbordwelle noch immer schlug. Sie wurde festgesetzt. Am 20. Juni verließ SCHARNHORST die Fjorde bei Drontheim und nahm Kurs auf Kiel. Die Sicherung bestand aus drei M-Booten der 1.M-Flottille und den Zerstörern HANS LODY, HERMANN SCHOEMANN und ERICH STEINBRINCK. Hinzu kamen die Torpedoboote GREIF und KONDOR. Am 21. Juni stießen mittags die Torpedoboote FALKE und JAGUAR zum Verband. Gegen 1600 Uhr griffen in Höhe Utsyvire sechs britische Torpedoflugzeuge an, von denen eines abgeschossen wurde. Eine halbe Stunde später warfen sechs hochfliegende Bomber ihre Ladung auf den Verband, jedoch ohne Erfolg. Die SCHARNHORST verschoß dabei 900 Schuß 10,5cm-, 1200 Schuß 3,7-cm- und 2400 Schuß 2-cm Munition. Am Abend des 21. Juni lief der Verband den nahe Stavanger gelegenen Skudenes-Fjord an, um diesen am 22. gegen 0400 Uhr wieder zu verlassen und in der Dusavik-Bucht erneut vor Anker zu gehen. Eineinhalb Stunden später wurden die Anker schon wieder gelichtet, und am 23. erreichten die Einheiten sicher die Ostsee. Um 1730 Uhr stand der Verband am Ausgang des Großen Belt, um 2226 Uhr machte SCHARNHORST in Kiel an der Boje A 12 fest.

Am Nachmittag des 24. Juni verlegte sie ins Dock C der Werft. In der darauffolgenden Nacht wurden die Gefallenen aus den überfluteten Räumen des Achterschiffs geborgen. Ihre Beisetzung erfolgte am 27. Juni. Die Arbeiten zur Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft währten bis in den Spätherbst. Dann begannen die Erprobungen und die Ausbildung.

Quelle: nach Koop/Schmolke: Die Schlachtschiffe der Scharnhorst-Klasse